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Archiv: Glossary

VFR System

Ein VRF-System (Variable Refrigerant Flow) ist ein Klimasystem, bei dem die Kältemittelmenge flexibel und bedarfsgerecht an mehrere Innengeräte verteilt wird. So kann jeder Raum individuell gekühlt oder beheizt werden, während alle Innengeräte an ein gemeinsames Außengerät angeschlossen sind.

Das System passt die Leistung automatisch an den tatsächlichen Bedarf an. Dadurch arbeitet ein VRF-System besonders energieeffizient und sorgt für gleichmäßige Temperaturen sowie hohen Komfort. Es eignet sich vor allem für größere Wohngebäude, Büros, Hotels oder Gewerbeobjekte mit mehreren Räumen und unterschiedlichen Nutzungsanforderungen.

Im Vergleich zu einfachen Klimaanlagen bietet ein VRF-System mehr Flexibilität, eine bessere Energieausnutzung und die Möglichkeit, viele Räume zentral und dennoch individuell zu klimatisieren.

Kaltwassererzeuger / Kaltwassersatz

Ein Kaltwassererzeuger ist ein zentrales Klimagerät, das Wasser auf eine niedrige Temperatur abkühlt und dieses für die Klimatisierung von Gebäuden bereitstellt. Das gekühlte Wasser wird über ein geschlossenes Rohrleitungssystem zu angeschlossenen Klimageräten, wie zum Beispiel Gebläsekonvektoren oder Kühldecken, geleitet. Dort entzieht es der Raumluft Wärme und sorgt so für angenehme Temperaturen.

Kaltwassererzeuger werden häufig in größeren Wohngebäuden, Bürogebäuden, Hotels oder Industrieanlagen eingesetzt, da sie mehrere Räume oder Zonen gleichzeitig versorgen können. Sie bieten eine hohe Flexibilität bei der Auslegung und lassen sich gut mit unterschiedlichen Kühl- und Heizsystemen kombinieren.

Der Unterschied zur Direktverdampfung liegt in der Art der Kälteübertragung. Bei der Direktverdampfung zirkuliert das Kältemittel direkt zwischen Innen- und Außengerät und kühlt die Raumluft unmittelbar. Beim Kaltwassersystem befindet sich das Kältemittel nur im Kaltwassererzeuger selbst, während in den Gebäuden ausschließlich Wasser geführt wird. Dadurch sind Kaltwassersysteme besonders für größere Anlagen geeignet, während Direktverdampfungssysteme häufig bei kleineren oder einzelnen Räumen eingesetzt werden.

Luftvolumenstrom

Der Luftvolumenstrom beschreibt, wie viel Luft ein Klimagerät innerhalb einer bestimmten Zeit bewegt. Er wird meist in Kubikmetern pro Stunde angegeben und zeigt, wie schnell und gleichmäßig die Luft im Raum verteilt wird.

Ein höherer Luftvolumenstrom sorgt dafür, dass Räume schneller gekühlt oder beheizt werden. Gleichzeitig kann ein sehr hoher Luftstrom als Zugluft empfunden werden. Der passende Luftvolumenstrom hängt daher von der Raumgröße, der Nutzung des Raums und der gewählten Betriebsstufe des Klimageräts ab.

Rücklauftemperatur

Die Rücklauftemperatur bezeichnet die Temperatur des Heiz- oder Kühlmediums, nachdem es die Wärme abgegeben oder aufgenommen hat und zum Gerät zurückfließt. Sie zeigt an, wie stark das Medium im System abgekühlt oder erwärmt wurde.

Eine niedrige Rücklauftemperatur im Heizbetrieb ist ein Zeichen für eine effiziente Wärmeabgabe und einen energiesparenden Betrieb. Der Unterschied zwischen Vorlauf- und Rücklauftemperatur gibt Aufschluss darüber, wie effektiv das System arbeitet. Die tatsächliche Rücklauftemperatur hängt unter anderem von der eingestellten Leistung, dem Wärmebedarf und den angeschlossenen Heiz- oder Kühlsystemen ab.

Vorlauftemperatur

Die Vorlauftemperatur bezeichnet die Temperatur des Heiz- oder Kühlmediums, das vom Gerät in den Heiz- oder Kühlkreislauf eingespeist wird. Sie gibt an, wie warm oder kalt das Medium ist, bevor es durch Heizflächen, Fußbodenheizung oder andere Wärmeüberträger fließt.

Die richtige Vorlauftemperatur ist wichtig für Effizienz und Komfort. Niedrige Vorlauftemperaturen ermöglichen einen besonders energiesparenden Betrieb, vor allem bei modernen Heiz- und Klimasystemen. In der Praxis hängt die benötigte Vorlauftemperatur unter anderem von der Außentemperatur, der Gebäudeisolierung und dem jeweiligen Heiz- oder Kühlsystem ab.

Kältemittel

Ein Kältemittel ist eine spezielle Flüssigkeit oder ein Gas, das in einem Klimagerät für das Kühlen und Heizen verantwortlich ist. Es nimmt Wärme aus der Raumluft auf und gibt sie an anderer Stelle wieder ab. Dadurch kann ein Raum effektiv gekühlt oder beheizt werden.

Das Kältemittel zirkuliert dabei in einem geschlossenen Kreislauf und wechselt ständig zwischen flüssigem und gasförmigem Zustand. Moderne Klimageräte verwenden Kältemittel, die besonders energieeffizient sind und eine geringere Umweltbelastung haben. Welches Kältemittel eingesetzt wird, kann Einfluss auf Effizienz, Klimaschutz und die gesetzlichen Vorgaben haben.

  • R32 ist eines der heute am häufigsten verwendeten Kältemittel. Es ist energieeffizient, ermöglicht kompakte Geräte und hat im Vergleich zu älteren Kältemitteln ein geringeres Treibhauspotenzial. Nachteilig ist, dass es als leicht brennbar eingestuft wird und deshalb besondere Sicherheitsanforderungen gelten.

  • R410A war viele Jahre Standard in Klimageräten. Es ist nicht brennbar und technisch sehr zuverlässig. Der große Nachteil ist das hohe Treibhauspotenzial, weshalb es schrittweise durch umweltfreundlichere Alternativen ersetzt wird.

  • R290, auch Propan genannt, ist ein natürliches Kältemittel mit sehr geringem Treibhauspotenzial und hoher Effizienz. Es gilt als besonders umweltfreundlich. Allerdings ist es brennbar, weshalb es hauptsächlich in speziellen oder kleineren Anwendungen eingesetzt wird und strenge Sicherheitsvorgaben erfüllt werden müssen.

  • R454B ist ein moderneres Kältemittel und eine Alternative zu R410A. Es bietet eine gute Energieeffizienz bei deutlich geringerem Treibhauspotenzial. Wie R32 ist es leicht brennbar, wird aber zunehmend in neuen Klimageräten eingesetzt, um Umweltauflagen zu erfüllen.

Schallleistungspegel

Der Schallleistungspegel beschreibt, wie viel Schallenergie ein Klimagerät insgesamt erzeugt. Er wird ebenfalls in Dezibel (dB) angegeben und ist eine technische Kenngröße, die unabhängig vom Abstand zum Gerät oder vom Aufstellort gemessen wird.

Im Gegensatz zum Schalldruckpegel ermöglicht der Schallleistungspegel einen objektiven Vergleich verschiedener Geräte, da die Messbedingungen genormt sind. Für Endverbraucher ist dieser Wert vor allem hilfreich, um die grundsätzliche Geräuschentwicklung eines Klimageräts einzuschätzen. In der Praxis kann der tatsächlich wahrgenommene Geräuschpegel dennoch variieren, da Raumgröße, Montage und Umgebungseinflüsse eine wichtige Rolle spielen.

Schalldruckpegel

Der Schalldruckpegel beschreibt, wie laut ein Klimagerät für das menschliche Ohr wahrgenommen wird. Er wird in Dezibel (dB) angegeben und in der Regel in einem festgelegten Abstand zum Gerät gemessen. Der Wert gibt an, wie stark der vom Gerät erzeugte Schall am Hörort ankommt.

Ein niedriger Schalldruckpegel steht für einen leisen Betrieb und sorgt für mehr Komfort, besonders in Wohn-, Arbeits- und Schlafräumen. Moderne Klimageräte verfügen häufig über spezielle Flüster- oder Nachtmodi, um den Geräuschpegel weiter zu reduzieren.

Wichtig ist, dass der tatsächlich empfundene Geräuschpegel von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird, zum Beispiel von der gewählten Leistungsstufe, dem Aufstellort des Geräts, der Raumgröße sowie von Wänden und Möbeln, die den Schall reflektieren oder dämpfen können.

Nennleistungsaufnahme

Die Nennleistungsaufnahme gibt an, wie viel elektrische Leistung ein Klimagerät unter genormten Bedingungen aufnimmt. Sie wird in Kilowatt (kW) angegeben und beschreibt den typischen Stromverbrauch im Betrieb.

Wichtig:
Die Nennleistungsaufnahme ist kein Maximalwert, sondern ein Richtwert, der unter festgelegten Standardbedingungen gemessen wird. In der Praxis kann der tatsächliche Stromverbrauch je nach Außentemperatur, Betriebsmodus, Laufzeit und Nutzung variieren.

👉 Einordnung für Verbraucher:
Eine niedrigere Nennleistungsaufnahme bedeutet in der Regel geringeren Stromverbrauch – besonders in Kombination mit hohen SEER- oder SCOP-Werten.

SCOP

SCOP steht für Seasonal Coefficient of Performance und beschreibt, wie effizient ein Klimagerät im Heizbetrieb über eine gesamte Heizsaison arbeitet. Der Wert zeigt das Verhältnis zwischen erzeugter Heizwärme und dem dafür benötigten Strom.

👉 Einfach erklärt:
Ein SCOP von 4,0 bedeutet, dass das Gerät aus 1 kWh Strom etwa 4 kWh Wärme erzeugt.

Der SCOP-Wert berücksichtigt dabei realistische Bedingungen im Jahresverlauf, wie wechselnde Außentemperaturen und unterschiedliche Heizlasten. Deshalb ist er aussagekräftiger als ältere Einzelmessungen.

Faustregel:
Je höher der SCOP-Wert, desto energieeffizienter, stromsparender und kostengünstiger ist das Heizen mit dem Klimagerät.